tonträger reviews

cover

ramtatta

100.000 Tonnen Kruppstahl, “Kill your kids and die“. Auf dieser Platte sind 14 Songs die auf so schöne Namen wie “Menschenfriedhof“, “Widernatürlicher Unmensch“, “Asileichen“ oder auch “Lebenshaltungskotzen“ hören. Abgeschreckt? Wenn ja, dann gehe auf disney.com und richte dich in deiner Bonbonwelt ein. Wenn Nein, dann lies weiter. 100.000 Tonnen Kruppstahl sind ein Duo aus Berlin, welches sich auf brutalen Grindcore eingeschossen hat. Technisch nicht unbedingt brillant, dafür aber mit umso mehr Energie und jeder Menge Wut im Bauch. Die beiden Jungs drehen bei den Songs so auf, dass ich schon am überlegen bin, ob sie beide mittlerweile in der geschlossen Anstalt sitzen oder noch frei rumlaufen dürfen. Beim Hören würde sicher kein ach so normaler Mensch denken, dass es sich hier um Musik von zwei normalen Menschen handelt. Aber erstens, wer ist schon normal und zweitens, gehört Grindcore zu der Musik die normal ist? Mit “Kill your kids and die“ liegt der erste Longplayer der Berliner vor, der ausschließlich auf Vinyl rauskommt und somit die Fans dieser Musik auf´s beste bedienen wird. Ist der Sound auf Vinyl doch einfach besser, weil differenzierter. Nun ist Grindcore nicht unbedingt meine Welt, wobei ich sagen muss, dass ich das auch mal ganz gerne höre. Macht den Kopf frei. Grindcore ist musikalisches China Öl. Was 100.000 Tonnen Kruppstahl hier macht, erinnert teilweise sogar an ´80ties Hardcore und fiesen Trash-Sound. Es ist ein Gewitter, welches vom prügelnden Schlagzeug und der aggressiven Gitarre dominiert wird. Dazwischen faucht, brüllt und growlt der Gesang von Herrn Bommel und A. Donnermann durch die Boxen. Der Sound ist rau, roh, brutal, geht richtig fest vor den Schädel und besticht tatsächlich bei jedem Song durch seine kompromisslose Direktheit. Der Bandname und die Songtitel sind schön provokant gehalten und spielen mit dem Klischee, welches sich bei seltsamen Bandnamen und komischen Songtiteln aufbaut. Das ähnelt stark dem Punk, insbesondere dem Deutschpunk, wo dass ja ähnlich ist, wobei meist nicht so konsequent. Hab zumindest im Deutschpunk noch kein Albumtitel gesehen, welcher dazu auffordert, seine Kinder zu töten. Freunde der härteren Gangart sollten 100.000 Tonnen Kruppstahl auf jeden Fall mal antesten. Grindcore, rau und ungeschliffen, so wie es sein soll. Und wer durchhält, bekommt mit “Schwarze Borsten“ sogar noch einen richtigen schönen Doom-Song geboten. Zum runterkommen und entspannen nach 13 Songs durchdrehen.
8 von 10 Punkten

Frank


trust

trust


ox

ox


vampster.com

Lärm für Fortgeschrittene und Zurückgebliebene zugleich. Geil.
100000 TONNEN KRUPPSTAHL, das klingt wie eine All-Star-Band mit Musikern von DRECKSAU und TOTENMOND, tatsächlich ist es aber eine All-Star-Band (?) mit Musikern von VOLTRON und KINT. Aber das ist ja nichts Neues. Neu ist nur ihr erstes Album "Kill Your Kids And Die", das die Urlaubsvertretung vom Elefanten ist, wenn der mal etwas Abstand vom Porzellanladen braucht. Eine halbe Stunde, vierzehn Songs, Blitzkrieg eben. Rohes Geprügel für den Champion in dir, da wird der Rubikon ganz schön überschritten, mein lieber Herr Dieckmann. 100000 TONNEN KRUPPSTAHL, das sind zwei Typen, die als Kind gegen die Mauer gelaufen sind und seitdem einen leichten Hirnschaden davon getragen haben und an dem sie uns nun teilhaben lassen. "Kill Your Kids And Die" ist eine liebevoll mit Gummibärchen und Schokodrops verzierte Rohrbombe, die in deiner Fresse explodiert. Bam Oida. Aufs Maul hauen um des aufs Maul hauen Willens.
Aufgeteilt ist das Familienmanifest "Kill Your Kids And Die" in Seite eins mit einer Menge Gehacke und Seite zwei mit dem fünfzehnminütigem Sludge-Song "Schwarze Borsten". Das Chaos, das auf Seite 1 angesiedelt ist, erinnert tatsächlich mal an die schnellen TOTENMOND, dann wieder an WATCHMAKER, schließlich irgendwie an BRUTAL TRUTH. Das ist Lärm für Fortgeschrittene und Zurückgebliebene zugleich, mit derben Riffs, groben Grooves, hektischen Blast Beats und widerlichem Gekotze. Spaß macht das schon, aber anstrengend ists irgendwie auch. Immerhin, "Schwarze Borsten" als Schlusstrack ist heavy, brutal und schon recht sludgelastig, das gefällt auch denen, die es etwas langsamer mögen. Und überhaupt, trotz seiner fünfzehn Minuten langweilt die Nummer nicht. Gespielt ist das, naja, passend, produziert irgendwie auch. Hauptsach greislig, wie der Bayer sagt. Dass dazu die Songtitel alleine schon für schönes Familienentertaiment sorgen, kommt erschwerend hinzu. Wer Hartz IV-TV nebst assozialem Gehacke braucht, um einen schönen Tag zu verleben, der kommt bei 100000 TONNEN KRUPPSTAHL freilich auf seine Kosten.

Captain Chaos


legacy

legacy


plastic bomb

Altaaaaa, was geht?!? Was für ein mördermäßiges Gemetzel und Gebretter ist das denn? Grindcore, Thrash und Doom sind hier die Garanten des erfolgreichen Vernichtungsfeldzugs gegen die Ohren. Das Duo (!) aus Berlin metzgert sich beherzt durch 14 Songs, von denen 13 auf der Seite A und 1 auf der Seite B der LP sein werden. Soviel zum Thema Fairness ;-) Der Titel auf Seite B ist übrigens ein viertelstündiges zähes, klebriges Slow Motion Mistvieh. Die Titel heissen "Menschenfriedhof", "Widernatürlicher Unmensch", "Altersversagen und Pest", "Asileichen", "Lebenshaltungskotzen", "Aller halt ma den Hund fest" und so weiter. Klingt... außergewöhnlich... Würde mich ja schon mal interessieren wie die Texte genau formuliert sind. Ein Textblatt liegt bei mir leider nicht bei. Und das man die Texte bei dem Geballer nicht versteht, gehört zum guten Ton. Auf dem Cover ist übrigens ein Beil zu sehen. Damit kann man sich nach dem Ende der LP wahlweise Arme, Beine oder Ohren abhacken. Oder gleich den ganzen Kopf.

Micha.


music-scan

Bei diesem Namen muss die ihn führende Band auch einen massiven, schwergewichtigen Sound spielen. Doch wie klingen nur 100000 TONNEN KRUPPSTAHL, wenn sie in Schwingung gelangen? Ein Berliner Duo bietet seinen Interpretationsvorschlag an, der zwischen Grindcore, Crust, Sludge, Doom, Thrash, Noise und Punk anzusiedeln ist. Die Verortung entlang mehrerer Genre-Bezeichnungen bedeutet nichts anderes, als dass bei den Hauptstädtern einiges zusammen kommt und der resultierende Heavy-Crossover bestens rüpelt, rotzt, sich dahin schleppt und eine musikalische Apokalypse darstellt. Dass man auch zu zweit prima wüten und destruktiv schwelgen kann, ist bekannt. Wichtig ist dabei, dass die involvierten Musiker ein gutes Händchen für die Dramaturgie ihrer Songs beweisen, um den Hörern die von Haus aus limitierten Möglichkeiten der reduzierten Besetzung nicht gewahr werden zu lassen. 100000 TONNEN KRUPPSTAHL gelingt das, und noch dazu bringen sie neben einem nicht minder wichtigen Ideenreichtum auch ausreichend Reflektion mit, um ihren Debüt-Longplayer in seiner Gesamtheit ausgewogen und stimmig anzulegen und zu entwickeln. Dass bei Gitarrist Herr Herrn Bommel und Schlagzeuger A. Donnermann zudem Spaß, Ironie und Bissigkeit nicht zu kurz kommen, ist ein weiterer Bonus, mit dem das Vinyl-only-Release „Kill Your Kids And Die“ punktet. Song-Titel der Marke ,Menschenfriedhof‘, ,Born In The CD Of U‘, ,Widernatürlicher Unmensch‘, ,Altersversagen und Pest‘, ,Woche Frust‘, ,Asileichen‘, ,Lebenshaltungskotzen‘ oder ,Aller halt ma Dein Hund fest‘ zeugen von der lockeren Grundhaltung der Berliner, sind aber auch Zeugen ihrer breiten Interessenlage und Auseinandersetzung mit verschiedenen Facetten der Gesellschaft und des Alltagswahnsinns. Die Ernsthaftigkeit ihres Schaffens ist zu keiner Zeit in Frage gestellt. Musikalisch agieren 100000 TONNEN KRUPPSTAHL ja auch mit verheerender Durchschlagskraft und gehörigem Wumms – egal, ob man nun die jähen Up-Tempo-Attacken oder die ausgebremsten Downtempo-Walzen betrachtet. Die B-Seite von „Kill Your Kids And Die“ fasst mit ihrem einzelnen Mamut-Track ,Schwarze Borsten‘ all das zusammen, was dem Berliner Duo lieb und teuer ist und seinen DIY-Heavy-Ansatz umfasst. Rating: 7/10

Arne


metal inside

Schöne Grüße aus Berlin von den Spaßgrindern namens 100000 TONNEN KRUPPSTAHL. Die beiden Herren, die schon äußerst positiv auf dem JAKA Tribut Album aufgefallen waren, legen mit „Kill Your Kids And Die“ ihr, nur auf Vinyl erscheinendes, Erstlingswerk vor. Das Duo aus der Hauptstadt liefert uns eine halbstündig weilende Granate aus punkig, grindig und crustigen Liedern, die ne ordentliche Dröhnung Rums hat und eine Menge Spaß in den Backen dazu. Songs wie „Widernatürlicher Unmensch“, angelehnt an den TON STEINE SCHERBEN-Klassiker „Meine Name Ist Mensch“ oder auch „Lebenserhaltungskotzen“ machen klar wo einen die Platte hinführen wird. Erschienen auf dem sympathischen Berliner Label Raddatz Records. Macht Spaß und tritt Arsch!

mobe


powermetal.de

Voll-kofferndes Debütantenduo in grindiger Crust(e). Da stimmt doch wat nich! Eine den guten Geschmack haarscharf schrammende Grindgroteske ist in unserer gemeinsamen Kapitale geboren worden. Und besingt gleich mal einen 'Menschenfriedhof'. Singen ist dabei als relativ zu verstehen. Das dynamische Duo hier nennt sich 100000 TONNEN KRUPPSTAHL und ist des Verschenkens würdig. Nicht, weil der gemarterte Geist des Hörers davon befreit werden muss, nein, auf dass es sich verbreite! Vor dem leider täglich erneuerten Hintergrund einer Unzahl von überflüssig dahergeredeten Worten und Geschwafel, ist ein solches Gedonner nämlich ziemlich erfrischend und in der Direktheit wohltuend geistesfern. Hier wird der Affekt, nicht der Effekt gepriesen, wird der Schlag gepredigt und nicht der Schlau, wird auf Verhängnis statt Verständnis gesetzt. Nach reichlich Rost abbürstenden fünfunddreißig Minuten haben sich Herr Bommelgitarrenmann und der Donnermannschlagzeuger gehörig einen abgehämmert, haben einer Vielzahl von kleinen Crustspuckern einen Fünfzehnminüter angehangen, um die gerade schicke Doomreferenz ja nicht zu vergessen. 'Schwarze Borsten' wächst dementsprechend überhitzt dünnhäutig aus der Berliner Branderde, um im weiteren Verlauf zu einem öffentlichkeitswirksamen Lärmeskapädchen zu mutieren, auf dem Rückkoppler hocken hierbei Kehlkopfgesangesmänner mit Rückenproblemen und begrummeln einen Tiefstimmsaiter. Und vorher? Da hatte zu Beginn das berühmteste deutsche Fäkalwort als Kurz-Intro gedient und direkt im Anschluss hatte sich das Duett des veredelten Eisens durch ein Dutzend Kurzmusikstücke geschliffen, wobei 'Lying In The Dying', 'Menschenfriedhof', 'Widernatürlicher Unmensch', 'Sex Truth Death' und auch 'Woche Frust' im Besonderen ausgegossen werden und hängenbleiben. Die wichtigste Botschaft ist hier jedoch, dass es nie zu spät ist, gehörig kompromisslosen Unstrukturstrukturlärm und flinken und punkdurchseuchten Crustgrind zu spielen. Kruppstahl ist Cruststahl. Hihi.
Note: 7.0 / 10

Mathias Freiesleben


zitty

Mit aller nötigen Härte, aber viel Humor prügelt sich die Berliner Zwei-Mann-Combo 100000 Tonnen Kruppstahl auf ihrem Debüt durch Grindcore und Death Metal. Auf 13 Songs im geknüppelten Minutentakt folgt ein zäher, 15 Minuten währender Rausschmeißer. Napalm Death standen Pate, Slayer-Riffs werden eingestreut, stilbewusst bedient man sich bei Speed oder Thrash. Songtitel wie "Alter halt ma den Hund fest" und "Lebenshaltungskotzen" weisen den Weg. Folgt, Ihr Jünger des Nihilismus! 4/5

Jens Uthloff


partyausfall

100000 Tonnen Kruppstahl - auweia. Ich muss schon zugeben, dass das auf der Skala der Grimme Preis-verdächtigen Bandnamen definitiv einen der vorderen Plätze belegen wird. Da in unserem Metier die Authenzität ein Charakteristikum mit enormer Gewichtung ist, so ist es aber gleichzeitig schön, dass das Duo aus Berlin dahingehend absolut gekonnt agiert: sowohl Musik, als auch Texte, als auch Songtitel sind dann eben genauso, wie man es erwartet von einem Album, auf dessen schwarzen Cover ein Küchenbeil abgebildet ist und die Band eben - nun ja - 100000 Tonnen Kruppstahl heißt. Grindcore mit Tankard-mäßigem Thrash-Einschlag wird hier geboten, verpackt in Songs, deren Titel teilweise so unfassbar dämlich sind, dass man sich fast schämen möchte, über solchen Humor, flach wie ein in Ermangelung von entsprechenden Vergleichen von mir erdachtes fiktives Bühnenprogramm von Mario Barth und Oliver Pocher, dann doch lachen zu müssen. Schon allein der Albumtitel "Kill Your Kids And Die" ist da an rhetorischem Feinsinn kaum zu überbieten, man schickt sich mit Songs wie "Asileichen" oder "Lebenshaltungskotzen" aber an, das Ganze noch zu überbieten. Die durchaus existente Tiefgründigkeit mancher Formulierungen offenbart sich oftmals erst beim zweiten Hinsehen (Stichwort: "Born in the CD of U"). Musikalisch sieht die Sache da ähnlich aus und man bekommt 14 Tracks zumeist einfach gestrikten Grind zu hören, wenn auch das alles durchaus akzeptabel ist. So regiert genretypisch der dadaistische Blast-Beat seitens der Drums, die - ebenfalls genretypisch - auch noch stellenweise richtig schön scheisse klingen. Gerade die Snare klingt, als würde zwei Häuser weiter fünfmal in der Sekunde eine Regentonne umfallen, die Bassdrum rotzt da dann noch richtig rein und verbindet das Ganze mit den dumpf aufgenommenen Gitarren zu einen Sound, der immerzu beschäftigt ist, Dreck um sich zu werfen. Passen tut das zu den Arrangements aber an sich ganz gut und gerade diese Kompromisslosigkeit steht "Kill Your Kids And Die" irgendwie gut zu Gesicht - allen voran in Momenten wie dem stoner-mäßigen "Sex truth death", das seine Spielzeit von einer knappen dreiviertel Minute gekonnt mit eineinhalb Riffs füllt, oder "Lying in the dying" mit diesem zombie-mäßigen Gegrunze am Anfang - haha, ist das billig! Gleichsam kann dem Gehörten eine gewisse Kurzweiligkeit nicht abgesprochen werden. Achso, für die, die noch zweifeln: Ernst meint das hier natürlich keiner. Über diese Einstellung, Musik des Spaßes willen zu machen, kann man sich natürlich wieder streiten. Betrachtet man es aber rein objektiv (so wie es eben bei so einem Werk geht), so schaffen es 100000 Tonnen Kruppstahl diesen Humor doch einigermaßen anständig rüberzubringen. Die Musik ist okay, mehr nicht. Auch das ist aber hier keinesfalls der Anspruch gewesen. Außerdem taugt "Kill Your Kids And Die" als gutes Selbstexperiment: Wenn man zwangsläufig laut loslachen muss, wenn ein Album mit den Worten "Öhlaascheisse" startet, dann kann ja alles noch nicht so schlimm sein. Zusammenfassung: ein Album, das in seiner spröden Minderwertigkeit einige Unterhaltungsmomente bereithält, gleichsam aber zum Zwecke des gesunden Menschenverstandes nicht länger als einen Durchlauf im Player überstehen sollte. 4/10

Autor: GotB


metal.de

Endlich ist die Suche abgeschlossen, ich glaube endgültig den blödsinnigsten Bandnamen aller Zeiten gefunden zu haben. Doch sobald ich mir das Ganze etwas detaillierter anschaue, fällt auf, dass das Berliner Duo sich offensichtlich mehr oder weniger dem Blödsinn verschrieben hat, sodass die Gesamtheit dieses Ausgusses gar nicht mehr so blödsinnig daherkommt, wie ursprünglich angenommen. Schließlich sorgen auch die Songtitel wie “Asileichen“ oder “Lebenshaltungskotzen“ für ein müdes Schmunzeln und suggerieren die massive Ernsthaftigkeit, mit der 100000 TONNEN KRUPPSTAHL hier zu Werke gehen. Wie hätte es auch anders sein können, bietet die Band Grindcore im Rohformat ohne großes Anspruchsdenken, ohne zu große Melodieschwaden und ohne ausschweifend ausgeklügeltes Songwriting. Dennoch muss man unterm Strich zugeben, dass “Kill Your Kids And Die“ zumindest annähernd funktionsfähig ist. Zwar rotzen die beiden ihre halbwegs musikalischen Ausgüsse vollkommen rücksichtslos herunter und wollen vermutlich auch, dass genau diese Tatsache sich in ihrer Musik widerspiegelt, doch das bedeutet auch gleichsam relativ wenig Abwechslung, dafür viel Gekeife in Crust-Manier und teilweise schwerfälliges Gerumpel. Zwar löst das nicht unbedingt, wie von den Hauptstädtern besungen, eine “Woche Frust“ aus, aber so besonders entgegenkommend erscheinen 100000 TONNEN KRUPPSTAHL dann auch nicht. Am ehesten kommt einem dieses Album so vor, dass die beiden Musiker Angelo Donnermann (Drums und Vocals) und Herr Bommel (Gitarren und Vocals) einfach mal mit einer Menge Spaß im Gepäck genau das gemacht haben, was ihnen sowieso schon länger auf der Seele brannte. Wem das dann auch noch gefällt, der ist gewissermaßen selber schuld. Ach ja, im Übrigen gibt es keinerlei ernstzunehmenden Doom-Anleihen wie in der Promoinformation angekündigt. Wenn man dabei auf den letzten Song mit üblem Rausschmeißer-Charakter “Schwarze Borsten“ abzielt, dann ist das eher ein schlechter Witz als alles andere. 4/10

Patrick





cover

powermetal.de

Tonnenweise Grindcore! Sie waren es schlicht und einfach satt: Herrn Bommel wollte nicht länger im Elvisschacht sitzen und floh bei den Noise-rockern von KINT, während A. Donnermann endlich einen Partner gefunde hatte, der seine Visionen bzgl. eines originellen Grindcore-Sounds teilte. Das Duo schimpfte sich zum Gründungstag schließlich 100000 TONNEN KRUPPSTAHL und suchte nach der perfekten Verquickung von Thrash, Death Metal und Hardcore - und das wohlgemerkt bei einem räudig-rauen Sound. Dass die Sache schließlich mehr oder weniger zu einem vorläufigen Spaßprojekt avancierte, mag diesem Bestreben zwar rein theoretisch betrachtet einen Strich durch die Rechnung machen, macht den ersten Release "The Necrolepsis Demon Tapes" aber dennoch nicht zu einer beiläufigen Geschichte. Zwar bekommt man in schlappen 13 Minuten gerade mal sechs Songs um die Ohren geblasen, diese haben es letzten Endes aber auch wirklich in sich. Die eröffnenede Bandhymne beispielsweise ist ein richtig feiner Thrash-Rohling, mit dem sich live sicherlich einiges reißen lässt. Und mit 'Come Knusper Knusper To My Lifecake' haben 100000 TONNEN KRUPPSTAHL unmittelbar später eine Brutalo-Attacke zugefügt, deren verroht-rockige Ausstrahlung den Körper fliegen lässt. Sauber gemacht, die Herren! Dem gegenüber stehen mit Nummern wie 'Komponistensong für Autorenhörer' und 'Schlachter 1 Ma 1' zwei absolut kurze Krawalleruptionen, deren punkige Attitüde den Ursprung des klassischen Grindcores als maßgeblichen Einfluss erkennen lässt, andererseits aber auch zeigt, dass der lyrische Witz und dessen sehr schnelle Umsetzung die eigentliche Triebfeder im Schaffen des Duos ist. Um sich vollends überzeugen zu können, werden Bommel und Donnermann allerdings in Kürze noch nachlegen müssen. Viele bleibende Eindrücke verbieten sich alleine schon im Hinblick auf die Spielzeit dieser EP. Doch der Anschein, dass 100000 TONNEN KRUPPSTAHL definitiv einige gewitzte Ideen auf Lager haben, scheint am Ende nicht aus der Luft gegriffen. Denn so schmal der Output auch sein mag, so intensiv ist er bisweilen wieder! Anspieltipps: 100000 Tonnen Kruppstahl, Loud Scream Note: 7.0 / 10

Björn Backes


trust

"...die Berliner Band...spielt brachial hingeprügelten Grindcore / Trashmetal, simple to the bone..."

Andreas


the metal observer

Now this is something different, but not really in the traditional sense. 100000 TONNEN KRUPPSTAHL is a German band which mixes traces of classic Speed Metal, Death Metal, a dash of Grindcore, and some Hardcore influences. What’s more, this music sounds as if the two guys who make up the band just had a live jam session and went all out with it. From that perspective, this release definitely has its charm. These guys sound like they’re having a lot of fun while recording this music; something I can always support. It all is a bit silly (what the hell kind of a song title is “Come Knusper Knusper To My Lifecake”? I want some of what they’re smoking), but there’s a real sense that I get when listening to this which indicates that this band doesn’t have any pretentions about what they are. They don’t claim to be one genre and then are another. They don’t have some sort of pompous and long-winded overarching concept that is badly executed. In short: they don’t make the mistake a lot of modern bands make, and that mistake is having an attitude like your shit doesn’t stink. While this demo leaves a lot to be desired, I find it refreshing that two fans are just bashing out a fun romp through their favorite genres. It’s more likeable than most things I receive as a reviewer.

Christopher


metal.de

Bands mit komischen Namen gibt es in Deutschland zu Hauf, auch 100.000 TONNEN KRUPPSTAHL klingt nicht gerade nach übermäßigem Ernst. Aber schon wenige Sekunden nach der freundlichen Begrüßung holzen sich Herr Herrn Bommel und A. Donnermann in bester SLAYER-Manier durch den Maschinenpark. “Wir sind 100.000 Tonnen Kruppstahl – Ihr seid 100.000 Tonnen Scheisse!“ Klare Ansage, klare Linie. Leise ist nicht. Ob Herr Herrn Bommel seinen Namen wohl von der harten Spielweise von Bayern-Kapitän Mark van Bommel bezogen hat…? Die sechs recht kurzen Kompositionen machen ordentlich Dampf, zunächst thrashig, in der zweiten Hälfte eher grindig, wenige Akkorde, aber viel Wumms mit Präzision. Wenn man denn mal einzelne Textfetzen aus dem Gegurgel identifizieren kann, klingt das sehr amüsant, mir kommt ein gewisser Vergleich zu WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER in den Sinn, wenn auch nicht in deren radikaler Weise auf Blödsinn ausgelegt. Die längste Laufzeit haben die “Necrolepsis Demon Tapes“ nicht, was freilich schade ist, denn ein paar Minuten Gebolze mehr auf diesem Niveau wären nicht verkehrt. Aussagekräftig bewerten kann ich das Können der Band daher noch nicht. Reinhören sollten trotzdem alle die, die gerne fetzigen, spassigen Death Metal ohne übermäßigen Tiefgang hören wollen.

Johannes Schmuck


plastic bomb

review

Helge Schreiber


uncle sallys

100.000 Tonnen Kruppstahl sind mächtig viel Gewicht. Bei der gleichnamigen Band hat das Material aber amtlich Rost am Leib, wahrscheinlich weil Herrn Bommel und A. Donnermann gut angepisst sind. Als Einflüsse geben sie „ficken, kacken, kotzen, scheißen und fressen“ an, man könnte auch sagen: das Leben. Musikalisch mögen es die Stählernen konsequenterweise eher wenig filigran, sondern präsentieren gepflegtes Death-, Doom- und Grindgeballer – räudig, rasend, gurgelnd, hackend. Das fühlt sich dann so an, als würden wir von der auf dem Cover abgebildeten Schiffsschraube getroffen – macht Eindruck, tut weh, ist auf Dauer aber nicht wirklich schön. 5 Kronleuchter

Roy Fabian, Maik Werther


ox

Knapp eine Viertelstunde Krach machen 100000 TONNEN KRUPPSTAHL aus Berlin, ein Duo, das sich aus Ex(?)-KINT-Gitarrist Bommel und Ex-VOLTRON-Drummer Donnermann zusammensetzt und – wie schon der Titel erahnen lässt – sich erstens nicht ganz ernst nimmt und zweitens nun sein erstes Demo abliefert. Drittens bleibt anzumerken, dass hier metallischer Krach auf gehobenem Niveau zwischen zäher Lava wie „Come knusper knusper to my lifecake“ und Grindgeballer bei „Loud scream“ gegeben wird. Alles verpackt in guten Sound und mit viel Spaß und Punk-Attitüde dargeboten. Sehr unterhaltsam. (7)

Dr. Oliver Fröhlich


eternity

An Tarantino muss ich denken, an Pulp Fiction. Ihr wisst schon, diese Szene, wo der Killer mit der Vorzeige-Afro-Frisur aus der Bibel rezitiert, bevor er drei jugendlichen Geldkoffer-Dieben die Birne wegpustet: „Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer… usw usw… und mit 100000 Tonnen Kruppstahl werde ich Euch strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an Ihnen vollstreckt habe.” Oder so ähnlich… Ich frage mich nur, was mein Vergehen war, dass ich mit dieser MCD bestraft werde. Ich kann ja nix dafür, dass Herr Bommel und A.Donnermann keine Lust mehr auf Noise-Rock bzw. Doomcore hatten und nun zu zweit ihr eigenes, spartanisches, aber dafür rumpeliges Süppchen kochen. Aufbauend auf wenigen Akkorden und einem noisig-schrammeligem Gitarrensound nerven die beiden durch sechs Stücke, die vom Sound irgendwo zwischen Eisenvater, Totenmond und Death/Grind liegen. Am ehesten gehen noch die tatsächlich grindigen Passagen in „Schlachter 1 ma 1“ und „Loud scream“ an mich. Ansonsten ist es echt anstregend. Dabei gehen die „The necrolepsis demon tapes“ nicht mal ne Viertelstunde. Und aus. Bewertung: 2/6

Kai Scheibe


vampster

Sprach Herr Bommel: "Ick hab keen Bock mehr auf die janze Frickelscheiße. Frickeldi hier, krummer Takt da." Antwortete A. Donnermann: "Ick ooch nich. Komm, lass uns Jerödel machen, so richtich ausm Bauch heraus. Rabbatz und Rabaukerei!" Ergänzte Herr Bommel: "Und diese janze Jesellschaftskritik und intellektuelle Scheiße lass ma ooch raus." Frohlockte A. Donnermann: "Jenau! Rödeltexte! Ausm Bauch heraus!" So muss es sich zugetragen haben zwischen den Berlinern Bommel und Donnermann, beim Biertrinken. Also direkt rüber in den Proberaum, halt, nein, in dem saß man ja bereits, und trank Bier. Schnell noch ein Bier, damit etwaige Rest-Verkopftheit ihrer Bands VOLTRON und KINT ausgespült wird. Verstärker aufdrehen und losgegrindet, losgepunkt, losgeslayert. Nach wenigen Minuten hatte man bereits drei neue Songs aufm Kasten, das Bier stieg zu Kopf, also einen Gang zurückschalten. Mehr sludgen und doomen, sogar desertrocken. Und sich die englische Sprache Untertan machen: "Come knusper knusper - to my lifecake house!" Keine Frage, "das Demo ist sehr gut und wird dich in deinem Leben weiterbringen". (Wieso sollte ich mir eigene Worte abringen?! Die Herren haben doch recht?!) Es kostet auch nur vier Euro. Das Leibchen für zehn Euro. Dieses ist "sehr schick und wird dich als Mensch enorm aufwerten." 100000 TONNEN KRUPPSTAHL wollen nur das Beste. Dein Bestes! Und ganz gewiss nicht dein Geld. Los, geh probehören, Du Sparfuchs! Und zwar HIER.

Nihilyt


wahrschauer

Die Band mit dem etwas sperrigen Namen entpuppt sich als Grindcore-Kappelle und erinnert auf ihrem ersten, selbstbetitelten Demo an bekannte Größen des Genres wie NAPALM DEATH, die EXCREMENTORY GRINDFUCKERS und JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE, wenn sie stellenweise auch mit wesentlich langsameren, Doom-beeinflussten Stücken die Vollgasfahrt unterbrechen. Die Produktion ist (für Genre-Verhältnisse und eine Demo-Produktion im Besonderen) gut, so dass einem Hörvergnügen der wilden Art nichts im Weg steht.

bexx


live reviews

krachundso.blogspot.de (zum 31.03.2012 im koma f, berlin)

Da es sich zwischen nächtlichem Clubbing mit einheimischen Rockchicks und dem Besuch von Hochkulturveranstaltungen am Deutschen Theater letztes Wochenende zufällig ergab, FUCK THE FACTS in Berlin noch mal sehen zu können, nahm ich diese Gelegenheit natürlich wahr. Bei meiner extra schon etwas spät angesetzten Ankunft im „Koma F“ hatte der Local Support 100000 TONNEN KRUPPSTAHL bereits angefangen. Musikalisch und erscheinungsmäßig irgendwo zwischen dem roh-punkigem Geschrote der Yacøpsæ, der unorthodoxen Stilistik ganz früher JaKa, und dem zonal-humoresken Duoformations-Charme von Dÿse unterwegs, war der Weirdo-Grind der beiden zwar keine zwingende Offenbarung, aber dennoch so unterhaltsam, dass ich mir das Ganze in der Zukunft definitiv wieder live ansehen würde, sollten sie über die Luftbrücke mal in hiesige Längengerade kommen. FUCK THE FACTS zogen danach souverän ihren geilen Stiefel durch, der gleichermaßen martialisch wie intelligent daherkommt. Im kleinen Kellerraum des Köpis funktionierte das auch ziemlich gut, aber mal ganz ehrlich: Auch wenn ich es als alternder Musikfreund durchaus begrüße, dass man bei so einem Konzert mal in Bühnennähe stehen kann, ohne gleich dauernd umgepogt zu werden oder Stagediver um die Ohren fliegen zu haben – was war das eigentlich für ein lahmes Publikum? Wie gesagt, etwas entspannter ist es mir natürlich sehr viel lieber, als sich nervige Moshpitfighter geben zu müssen, aber ein kleines bisschen mehr Enthusiasmus und Begeisterung für die aufgebotene Brutalomusik hätte ich an diesem Abend im allgemeinen ja schon gerne gesehen. Dit is Balin, wa‘?! Anyway. FTF sind und bleiben eine gute Band. Wird Zeit, dass das auch endlich mal ein paar Leute mehr einsehen.

Wangerman


(zum 15.01.2011 im trickster, berlin)

Wollte am Samstag den typischen münchner Berlin-Touristen spielen und über die Warschauer Brücke nach Friedrichshain pilgern, da sah ich die Riesenanzeige auf der O2-World verkünden: „HEUTE IM TRICKSTER: 100000 TONNEN KRUPPSTAHL – MONSTERS OF LEBKUCHENHUMOR“. Umgedreht, eingecheckt, saugeil: Nette Leute kennengelernt und zwei Vorbands vorhanden. Dann Auftritt Kruppstahl. Und was für Einer! Lecker darauflosgemetzgert und sogar eine gefühlvolle a capella-Einlage gewagt. Muss gestehen, dass mir dann bei dem Smash-Hit „Come Knusper…“ die Freudentränen wirklich bis zum Anschlag in den Augen standen. Oder war’s das Tegernseer? Ejal. War ein guter Abend mit euch allen, Tschö, dein Sgt. Pfefferkuchen.

Clemens Kerner


beap.de (zum 23.10.2010 im subersiv, berlin)

schönet ding war dit gestern. der laden – sehr sympatisch- mit nem keller der wunderschön alt riecht und auch nich pompös gross ist, in dem ne bühne steht, die vllt. zwanzig cm hoch ist. das bier gibs dort zu sehr guten preisen. gute bedingungen also um einen schönen abend zu geniessen. die musik fing dann auch schön spät an, was gut war, da man ja auch erst spät dort auftauchte. Mueran Humanos bildeten den auftakt. mann mit bass und frau mit drumcomputer und keyboard. das ganze war irgendwie son zwischending aus talmut lesen und crack house blues. sehr stimmig zum laden und auch zum gegenwärtigen zustand. gefiel mir sehr gut. danach mein persönlicher favorit, wo man eigentlich nicht viel zu sagen muss. 100000 tonnen kruppstahl klingen irgendwie wie 100000 tonnenkruppstahl. soll heissen metal alla slayer mit nem gitarristen und nem schlagzeuger gepaart mit dem melvins humor. schöne texte schönet ding, also daumen hoch. schredder, die letzten des abends, ham mich nun nich so überzeugt. obwohl die schlagzeugerin einfach mal der hammer ist, die kann sich fast mit jenny messen ;) . die klingen irgendwie wie abgespeckte Surrogat, was wohl an der schlagzeugerin liegt. ist es doch schliesslich die selbe. alles in allem hat mich dis ganze sehr an die schöne alte zeit erinnert, als dbs noch killerman spielten und die bösen zettis noch nich die ganze innenstadt verwohnt haben. war toll, wirklich, obwohl ich mir n faux pas geleistet hab. hab leider das polenbier getrunken und fühl mich heute wie kurt cobain nach der schrotflinte nur mit kopf und ohne äussere verletzung oder gar tot. son kater is wohl aber auch son zeichen das sich die 5€ eintritt gelohnt haben.

fu